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• ShineDalgarno

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1

Freitag, 13. November 2009, 20:04

Ratchet & Clank: A Crack in Time

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Insomniac Games
3rd-Person-Action

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Beiträge: 595

• Kujau

Wohnort • Wien

2

Donnerstag, 19. November 2009, 16:25

Wem die Stunde schlägt

Schnitzel war angesagt. War ja auch Sonntag. Sonntags isst die Nation Schnitzel. Dazu gab es Bier. Weil ein Kumpel zum Zocken da ist.

„Was ist ein Clank?“
„So heißt der Roboter.“
„Und der Iltis ist Ratchet?“
„Das ist ein Lombax?“
„Hä?“
„Ein außerirdischer Marder.“
„Ist ja gut. Können wir jetzt Killzone daddeln?“
„Ne, hab dir doch gesagt, erstmal müssen wir eine Ratchet & Clank spielen, weil noch ein Bericht ins Forum muss.“

Diesmal zocken wir zu zweit. Klar muss Hilfe her, Ratchet & Clank sind ja auch zu zweit. Auch im jüngsten Teil, der eher nicht per Zufall, pünktlich zu Weihnachten in den Regalen steht – A Crack in Time. Es ist schon das siebte Spiel rund um die beiden und auch das grafisch anspruchvollste. Wem der Vorgänger schon gefallen hat, dem gefällt auch der aktuelle Teil (oder eben nicht). Denn erstens knüpft die Geschichte direkt am Ende des Vorgängers an – Clank wurde entführt – und zweitens verlässt das Spiel zu keinem Zeitpunkt den bisher gesteckten Aktionsrahmen der Reihe. Im Gegenteil, A Crack in Time erweitern ihn sogar noch.



„HE!!!“
„Was denn, ich muss schreiben.“
„Das ist mir zu bunt.“
„Das ist für Kinder.“
„Ich bin kein Kind, ich trinke Bier. Schreib: Zu Bunt!“

Schreibe ich. Aber nicht mit Ausrufezeichen. Wie soll ein Spiel mit dieser Zielgruppe schon aussehen? Natürlich ist es bunt. Blau-Lila-Kraken-Pilze greifen einen an, die Bäume sind schreiend grün, es scheint die Sonne. So sehen Spiele für Kinder nun mal aus. Die Aufarbeitung erinnert einen, mal abgesehen von den Haupt-Protagonisten, sehr stark an Mars Attacks. Wer den Film kennt, der weiß, was auf ihn zukommt. Das tolle daran: auch den entsprechenden Humor haben die Macher mitgenommen.

„Superman ist witzig.“
„Das ist Qwark.“
„Ich nenn ihn Superman.“
„Ist ein Gehilfe aus den Vorgängerteilen.“
„Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wer hier seinen Autoschlüssel verliert, findet ihn wahrscheinlich nie wieder. Ich find’s witzig.“
„Ist es auch.“

Der geht vor allem und Gott sei Dank, weit über die Dialoge hinaus. Denn das kann jeder. Es sind vielmehr ein witziger Grundton, der sich durch das gesamt Spiel zieht. Wer zum Beispiel seine Waffen aufrüstet bekommt seine neuesten Anschaffungen per kurzen Verkaufsfilmchen im Comic-Stil präsentiert. Die Waffen selbst sind selbstverständlich auch etwas speziell.

„Der steckt seine Hand in die Kröte?“
„Nein, die Kröte hat nen Griff.“
„Haben Kröten Po-Löcher?“
„Ich weiß es nicht.“
„Cool. Wenn ich jetzt schieße rülpst die Kröte.“
„Ist eine Waffe.“
„Kann deine Kröte im Terrarium das auch?“
„Ich habe eine Echse.“
„Und? Kann sie das?“
„Ich glaube nicht.



Man hüpft, hüpft höher, schießt und fährt das Außerirdischen-Pendant zu Rollerblades (so genannte Hover-Stiefe)l. Dazu kann man sich noch mit einer Art Lasso über größere Abgründe schwingen. Plattformen bewegen sich, Stampfer und Flammenwerfer müssen getimt werden. Aufgefettet wird diese Basisarbeit eines jeden Jump-And-Runs durch den Weltraum-Modus. Man steuert Ratchets Raumschiff und bestimmt, wohin er fliegen, auf welchen Planeten er landen und welche Zusatzmissionen er bestreiten soll. Neben den großen, für die Geschichte wichtigen, Monden, gibt es kleinere Asteroiden und Trabanten auf denen man sich ein paar Extra-Punkte verdienen kann. Oder man nimmt Aufträge wie das Zerstören von Asteroiden und feindlichen Satelliten an. Ein Hauch von Open-World streicht also durch das sonst streng nach vorne geführte Hüpf-Spiel.

„Das Raumschiff ist kaputt.“
„Was?“
„Das kann nur nach vorne, hinten, links und rechts fliegen.“
„Ich glaube das ist von den Programmierern so gedacht.“
„Das der Weltraum nur zwei Dimensionen hat?“
„Naja... vielleicht verfliegen sich die Kinder sonst.“
„Ich bin schon beim dritten Bier, brauch sogar zu dir ein Navi und noch nicht einmal ich würde mich dort verfliegen.“

Den ganzen Aufwand betreibt man um Clank zu befreien. Der fiel bei Tools of Destruction in die Hände von Dr. Nefarius. Um ihn zu finden muss Ratchet nun Galaxie für Galaxie durchkämmen. Unterstützung kriegt er dabei von einem Lombax-General namens Azimuth. Ein Magazin nannte ihn treffend den Obi Wan Kenobi des Ratchet & Clank Universums. Wie sich rausstellen wird ist Clank in der Mitte des Universums – in der großen Uhr – wo er auch prompt zum Hüter der Zeit wurde. Im Gegensatz zu Ratchet weiß man das recht früh, weil das Spiel regelmäßig zwischen den Handlungsverläufen von Ratchet und Clank hin und her wechselt.

„Ich verstehe das nicht.“
„Ich auch nicht.“
„Der Typ, der aussieht wie irgendwie aus Mars Attacks Glas entführt den Roboter.“
„Ja.“
„Und lässt ihn dann in der Uhr frei.“
„Anscheinend.“
„Und das Erdmännchen befreit ihn.“
„Lombax.“
„Die sind ausgestorben.“
„Genau.“
„Und jetzt ist der Roboter der Hüter der Zeit.“
„Ja.“
„Und warum dreht er die Zeit dann nicht zurück...“
„Wir sind eben nur noch Spiele ohne Storylines gewöhnt. Wie Killzone. Kinder verstehen das. Die haben noch Fantasie.“



Freilich dienen diese Handlungssprünge nicht nur dazu die Geschichte zu erzählen und voran zu treiben, sie bringen auch viel Abwechslung ins Spiel. Mit Ratchet stellt man sicher eher handfesteren Aufgaben: von Plattform zu Plattform springen, Kraken-Pilze totschlagen usw. dann geht es mit ihm ins Raumschiff und man zerdeppert Asteroiden. Kaum in die Hülle von Clank geschlüpft stehen ein paar Rätselaufgaben an. Als Hüter der Zeit, kann er selbige beeinflussen. Muss man nun beispielsweise einen Knopf gedrückt halten, um eine Tür zu öffnen, erschafft man einfach ein Zeit-Hologramm von sich selbst. Das stellt man auf den Knopf. Der jetzige Clank kann dann durch die offene Tür. Das geht soweit, bis irgendwann drei Hologramm-Clanks und der echte durch einen Levelabschnitt sausen.

„AAHHHH !!!“
„Komm wir überspringen das Rätsel.“
„Das geht? Ich mein: NEIN !!!“
„Das schaffst du nie.“
„Pilze totschlagen kann jeder.“
„Ich will dich nicht unter Druck setzen, aber: Das Spiel ist eigentlich für Kinder.“

Falls einem die Clank-Rätsel zu schwer werden, kann man sie auch überspringen. Falls einem Ratchets Aktionseinlagen zu schwer werden, sollte man mal seine Waffen updaten. Die gesammelten Punkte kann man dazu gegen neue Problemminimierer eintauschen. Punkte gibt es in Form von Schraubenmuttern, wenn man Feinde platt macht oder Kisten zerstört. Um das Raumschiff zu verbessern muss man auf den verschiedenen Planeten Zoni retten – kleine Roboter oder Viecher – die einem, jedes Mal wenn man drei davon gesammelt hat, neue Laser, Schilde, Raketen oder sonst was montieren.

„Bäh, hui, tröt.“
„Ja ja.“
„Man, die bunten Viecher nerven.“
„ Kinder finden das witzig.“
„Meine nicht. Geräusche wie bäh, hui oder tröt werden nicht witziger, je öfter sie die Programmierer ins Spiel einbinden.“
„Das wussten die Programmierer nur leider nicht.“
„Und überhaupt: Warum zerfallen Kraken-Pilze in Schraubenmuttern?“
„So verdient man halt Punkte.“
„Und wenn ich die roten Kakteen kaputt schlage, fallen da auch Schraubenmuttern raus.“
„Punkte.“
„Schraubenmuttern?“
„Ja.“
„Aus Kakteen und Krakenpilzen?“
„Ähhh...“



Das Spiel vereint viele Spielansätze und – Perspektiven miteinander. Da hat man einerseits ein 3D-Jump an Run, dass sich dann in einen Weltraumshooter verwandelt, von dem aus man auf kleinen, stark gekrümmten Planeten wandelt. Die hinter sich gebracht kriegt man Magnetstiefel, um an Wänden und Decken zu laufen. Kurzum: es war unmöglich eine perfekte Kamera zu finden und auch die Ratchet & Clank Programmierer sind knapp aber dennoch daran gescheitert. Meist hat man zwar eine gute Übersicht, aber hin und wieder, vor allem in komplizierten Passagen lässt einen die Optik dann doch im Stich. Alles in allem ist das aber weniger frustrierend als es sich hier anhört. Zumal die Steuerung auch eher grob gezielte Sprünge großzügig als richtig einstuft.

„Hast du Pizza?“
„Du hast Hunger? Ich hab doch Schnitzel gemacht.“
„Oder was Süßes?“
„Hast du was geraucht?“
„Hmpf. Ritter Sport vielleicht.“
„Links unten im Schrank. Und gib mir mal Feuer.“
„Bitte. Doch ganz witzig.“

Christian Seidel/Kujau


Die Zeit vergeht. Aber Gott schuf viel davon.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Kujau« (19. November 2009, 22:04)


SnowMan Männlich

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3

Freitag, 20. November 2009, 06:58

sehr geil Christian. Viel Unsinn mit etwas Substanz. Oder wars andersrum? :D


You want to play games on easy mode? Go ahead. Just make sure to check your balls at the title screen first!

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